Günter Pollach

 

Agathokles (361/360 – 289 v. Chr.) war vor über 2000 Jahren Feldherr und Herrscher im griechischen Teil von Sizilien und Unteritalien. Wer nur den Titel des Romans liest, der wird sich fragen, was hat mich, den Autor, bewogen, diese heute fast unbekannte Persönlichkeit der Vergessenheit zu entreißen und zum Mittelpunkt eines Romans zu machen? Natürlich reizte mich das unerhört bewegte und spannende Leben dieses Mannes. Wer weiß zum Beispiel heute noch, dass Agathokles schon lange vor den Römern das große Karthago unmittelbar vor dessen Toren in höchste Bedrängnis gebracht hat? Hinzu kommen aber andere Aspekte, die mich motivierten. Agathokles wird in der historischen Überlieferung äußerst widersprüchlich dargestellt. Einerseits erscheint er als Tyrann und skrupelloser Gewaltmensch, andererseits wird er auch als militärisches Genie und als milder Herrscher charakterisiert. Wie verträgt sich das? Agathokles war in seiner Jugend einfacher Töpfer und wurde König. Wie war in der Antike so etwas möglich? Agathokles war ein Führer der Demokraten von Syrakus im Kampf gegen die aristokratischen Oligarchen und schwingt sich zum Alleinherrscher auf. Wie hatte es dazu kommen können ohne Verrat an seinen Jugendidealen? Auch diese Probleme und Fragen klingen vielleicht für jemanden, der an der Vergangenheit weniger interessiert ist, nicht besonders spannend. Wer sich auf das Lesen des Romans einlässt, wird aber entdecken, dass im Roman dargestellte Verhaltensweisen und Machtmechanismen noch sehr aktuell sind. Hat die Menschheit in den über 2000 Jahren seit der Zeit des Agathokles wirklich viel dazugelernt?

 

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